KP Kenntnisprüfung Bayern 2026

Erfahrungen Kenntnisprüfung


Die Kenntnisprüfung habe ich am 13.04.2026 am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) abgelegt und erfreulicherweise bestanden.

Prüfungskommission:

Prof. Dr. Hornung: Viszeralchirurgie & Sarkome (UKR).
PD Dr. Hitzenbichler: Internist & Infektiologie (UKR).
Prof. Dr. Angstwurm: Neurologe & Neuroimmunologe (medbo/UKR).

Die Prüfung hat um 9 Uhr begonnen. Auf der chirurgischen Station hat uns der Vorsitzende Professor Hornung begrüßt und wir haben echte Patienten bekommen. Von 09:30 bis ungefähr 13:30 Uhr hatten wir Zeit, den Patienten alleine zu untersuchen, die Patientenakten selbst zu suchen und anzusehen sowie den Arztbrief zu schreiben. Die Patientenunterlagen (Labor, OP-Berichte, Histologiebericht, Medikationsliste) habe ich bei den Schwestern geholt (sie waren nett); manche Prüflinge haben diese nicht gefunden (es war schwierig).

Ich habe meinen eigenen Laptop mitgebracht und darauf geschrieben (musste ihn aber dreifach ausdrucken für jeden Prüfer; ich habe dann Hilfe im chirurgischen Sekretariat gefunden, die Damen waren sehr nett und haben es mir ausgedruckt). Andere haben Computer auf der Station benutzt, aber wegen des Datenschutzes war überall ein Passwort nötig und wir mussten die Ärzte bitten, uns irgendwie einzuloggen. Meinen Brief schicke ich auch mit.

Um 14 Uhr war die Prüfungskommission da. Keine Selbstvorstellung . Wir sind alle von Zimmer zu Zimmer gegangen; dort hat jeder seinen Patienten vorgestellt und wurde von der Prüfungskommission abgefragt. Je nach Zustand des Patienten wurden verschiedene Untersuchungsmethoden gezeigt.

Mein Patient war am 14. postoperativen Tag nach einer großen OP: Entfernung eines retroperitonealen Liposarkoms mit Niere, Nebenniere und weiteren Strukturen. Gewicht des Liposarkoms: 3,5 kg. Genaueres steht im Brief.

Wir waren zu viert ( Prüflinge). Pro Person ca. 30 Min.

Um 16 Uhr setzten wir uns in den Besprechungsraum für eine weitere Fragenrunde. Jeder Prüfer hat uns ca. 15 Min. abgefragt. Also insgesamt 40–45 Min. pro Person. Um 18:30 Uhr war Ende. Kurz vor 19 Uhr, nach interner Beratung, haben uns die Prüfer einzeln die Ergebnisse mitgeteilt.

Es war ein langer, stressiger Tag, aber ich habe es geschafft. Die Prüfer waren nett, kollegial und hilfsbereit.
Man muss nicht alles wissen, aber die Basics und Notsituationen müssen sitzen, und das klinische Denken zählt auch. Laut denken, Witze machen, strukturiert antworten und sicher auftreten.

Für alle meine Kolleginnen und Kollegen wünsche ich viel Erfolg!

Folgende Fragen der Prüfer bei der Patientenvorstellung:

PD Dr. Hitzenbichler:

Mein Patient hatte eine postoperative Anämie aufgrund von intraoperativem Blutverlust.

  • Was ist eine Anämie? Formen? Was werde ich im Labor bei verschiedenen Formen sehen? Was sehe ich klinisch? (Blasse Haut und Schleimhäute, Konjunktiven, Rekapillarisierungszeit verlängert, blasse Hautfalten an der palmaren Seite der Hand, Tachykardie, Systolikum).
  • Bluttransfusion: Was ist das, wann ist sie indiziert, wie macht man das Schritt für Schritt? Bedside-Test, Universalempfänger/-spender, Reaktionen bei

Prof. Dr. Hornung:

  • Lymphknotenuntersuchung aller Differentialdiagnose (DD) bei Vergrößerung.
  • Inspektion der OP-Wunde (mein Patient hatte einen Medianschnitt von oben nach unten und zwei Drainagen). Hände desinfizieren, Handschuhe Wunde öffnen und beschreiben.
  • Was für Drainagen hat er, welche gibt es allgemein? Beschreibung der Flüssigkeit im – DD Exsudat vs. Transsudat.
  • Was machen wir, wenn der Patient Aszites hat?
  • Wann ziehen wir Drainagen, wann sollten Klammern entfernt werden?
  • Was ist Clexane? Warum nimmt der Patient Abführmittel?

Prof. Dr. Angstwurm:

 Koordination prüfen (Gang, Romberg-Stehversuch, Finger-Nase-Versuch, Finger-Folge-Versuch, Knie-Hacken-Versuch).

  • Wann ist es pathologisch, was sind die Ursachen? – Mein Patient hatte eine Hypästhesie am rechten Warum (große OP, Schädigung)? Welcher Nerv leidet (N. femoralis)? Welche Aufgabe hat der N. femoralis?

Andere Fragen an Kollegen am Patientenbett:

  • Reflexe prüfen, Motorik, Kraft prüfen.
  • Fragen zu Magensonden, ZVK, Monitoren,
  • TVT-Zeichen
  • Meningitis-Zeichen
  • Leberzirrhose:
  • Milz palpieren, Splenektomie (wann?), OPSI,

Fragerunde im Besprechungsraum:

Prof. Dr. Angstwurm:

  • Bild – Fazialisparese: Ätiologie, DD periphere zentrale Parese.
  • Foto– Herpes Zoster im Gesicht: Ist er infektiös? Manifestationen? Ist er gefährlich? Warum?
  • Fall: Junger Patient kollabiert in der Schlange im Supermarkt für ein paar Sekunden, der Kunde hinter ihm hat ihn Kein SHT, kommt schnell zu sich, ist orientiert.

Fragen:
Was hat der Patient? Ich habe Synkope gesagt. Warum und was für eine Synkope? Definition Synkope und Formen genannt.
Kann es ein epileptischer Anfall sein? Kann sein, aber eher unwahrscheinlich. -> DD: Synkope vs. Epilepsie. Formen von Epilepsie. Was ist eine konvulsive Synkope?

Dann klagt der gleiche Patient nach der Synkope über Kopfschmerzen, keine neurologische Symptomatik. Ich habe die DD aller Kopfschmerzarten genannt und am Ende entschieden, dass es eine SAB sein kann und er zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus muss.

  • Habe ein MRT (T2) bekommen mit großer intrazerebraler und subarachnoidaler Sollte Stromgebiete und Blutungsquellen nennen.

Fragen an Kollegen:

  • Foto: Erythema Was ist das? Ursache, wie behandelt man das? Kontraindikationen für Doxycyclin. Neuroborreliose: Wie erfolgt der Nachweis?
  • Foto: Spritze mit eitrigen Grund. Meningitis. Punktionsablauf.
  • Fall: Patient nur mit Aphasie: DD,
  • Fall: Patient zu Hause mit Parese, spricht Was ist zu tun? Glukose messen. V.a. ischämischer Apoplex. Therapie (Lyse, Zeitfenster, Kontraindikationen). Wenn er Apixaban nimmt, machen wir eine Lyse oder nicht? Wann Thrombektomie und warum?
  • Fall: Frau mit Parese wurde Zuhause gefunden, im Krankenwagen tonisch-klonische Zuckungen (2 Mal), in der Notaufnahme nochmals Zuckungen, Parese weg. Was ist das und warum? Status epilepticus. Wann intubieren? Wann braucht sie ein CT?

 

Prof. Dr. Hornung:

  • Hat mir schöne bunte „Weihnachtsbilder“ Ich sollte sagen, was das ist und warum wir das machen. Am Anfang habe ich gesagt, dass es schön leuchtet – da haben alle gelacht.
  • PET-CT: Warum? Was leuchtet? Wie macht man das und womit? (Dann sind wir gleich zur Szintigraphie gekommen: Was gibt man da? Was leuchtet da?).
  • PET-CT Szintigraphie (Wann was? Warum?).

Bei meinem PET-CT war ein pathologischer Prozess im Mediastinum. Ich habe Differentialdiagnosen im Mediastinum genannt, und dann sind wir zum Ösophagus gekommen.

  • Ösophaguskarzinom: Risikofaktoren, Präkanzerosen, Formen (Welche sind häufiger: Plattenepithel- oder Adenokarzinom? Welche Form nimmt zu und welche ist rückläufig?), Beschwerden (Ab wie viel Prozent Stenose bekommt der Patient Beschwerden?), Klinik, welche Befunde in der körperlichen Untersuchung, welche weiteren Untersuchungen, Stadien (Staging Grading), therapeutisches Vorgehen (Wann endoskopisch, wann OP, welche OP, Magenhochzug, was macht man da, Blutversorgung des Magens), adjuvante vs. neoadjuvante Therapie, Radiatio vs. Chemotherapie, wie ist das Outcome?
  • Weitere Ösophaguserkrankungen: Traumatische Schädigungen des Ösophagus (Säuren, Laugen, direktes Trauma, Mallory-Weiss-Syndrom, Boerhaave-Syndrom, iatrogen [bei welchen Untersuchungen?]).

Grob – Fragen an andere Kollege

  • Koloskopie-Fotos: DD: Polyp, Adenom, Karzinom. Was machen wir?
  • Was ist eine Divertikulose, was eine Divertikulitis? Klassifikation,
  • DD chronisch-entzündliche
  • ERCP-Bildgebung: Was ist zu sehen? Indikationen,
  • Was ist eine Cholezystolithiasis, was eine Cholezystitis?
  • Was ist ein Ikterus? Ab wann ist der Patient gelb? Ursachen für Behandlung je nach Ursache.
  • Bildgebung: CT mit Ileus und  Was ist ein Ileus? Ursachen, Grob die Hartmann-OP beschreiben.
  • Was ist ein Rektumkarzinom? Wie kann man den Abstand einschätzen/messen?
  • Blut im Stuhl: Wie läuft der Test auf okkultes Blut ab?
  • Prophylaxe: primär, sekundär, tertiär.

 

PD Dr. Hitzenbichler:

  • Fall: In der Notaufnahme stellt sich ein 67-jähriger Mann Er klagt seit ein paar Tagen über Belastungsdyspnoe und hat jetzt retrosternale Schmerzen.

Vorgehen: Vitalparameter, kurz Anamnese, KU.

Ich fordere gleich ein EKG an (habe ein EKG bekommen) mit folgendem Ergebnis: ST-Negativierungen (Hinweis auf Ischämie), keine ST-Hebungen. Dann wollte ich die Labordiagnostik: Ich bekomme die Befunde und soll sie interpretieren – die Herzenzyme sind erhöht -> Hinweis auf einen NSTEMI. Verändert sich das EKG: Ich bekomme ein neues EKG -> STEMI, Hinterwandinfarkt.

Frage: Was mache ich jetzt? Schritt für Schritt.

Während des Anrufs im Katheterlabor piepst der Monitor und zeigt erneut ein EKG: ventrikuläre, pulslose Tachykardie ( Patienten atmet nicht). Frage: Wie gehe ich jetzt Schritt für Schritt vor?

  • Defibrillation: Indikation, Durchführung.

Elektrodenplatzierung: Wo genau klebe ich die Elektroden auf. Wie viel Joule gebe ich ab (biphasisch vs. monophasisch)? Rhythmusanalyse: Welche Rhythmen sind defibrillierbar (VF, pulslose VT) und welche nicht (Asystolie, PEA)?

Medikamente: Wann gebe ich was und in welcher Dosis (Adrenalin, Amiodaron)?
Algorithmus: Was tue ich bei einem nicht-defibrillierbaren Rhythmus im Vergleich zu einem defibrillierbaren?

  • Sehr detaillierte Beschreibung der Reanimation (CPR):

Druckpunkt: Wo genau am Thorax drücke ich? Handhaltung: Wie halte ich die Hände?
Drucktiefe: Wie tief muss ich drücken? Frequenz: Mit welcher Frequenz?
Ablauf: Wie lange drücke ich am Stück (2-Minuten-Zyklen bis zur nächsten Rhythmusanalyse)?

Fragen an Kollegen:

  • Hepatitis-Serologie – Welche Hepatitiden kennen wir? Inkubationszeit, Übertragungsweg, Impfungen.
  • EKG: Ätiologie, Behandlung. TEE nicht vergessen.
  • EKG: Indikationen. Welche gibt es?
  • Röntgen: Was machen? Wann ambulant, wann Krankenhaus? Welche Erreger, welche Antibiotika?
  • Temperatur unklarer Genese – Endokarditis: Erreger, grobe Behandlung, wie
  • Röntgen: TBC – DD.
  • Foto: Phlegmone des Fußes, Sepsis, SOFA-Score, DD, grob Viel Erfolg!